Nicht mit uns!

fdj

Drei Fragen: Nicht mit uns!

Wenn man sowas im tiefsten Bayern an einer Laterne liest, fühlt man sich doch durchaus angesprochen. Die Frage ist, ob man da mittun muss, also gegen das Tun bzw. Mittun Anderer mittun muss, dieses eben unterbinden muss, wenn man noch so ein Hemd aus Dederon mit dem Symbol am Ärmel tief unten im Schrank hat, das Marschieren unterbinden, denn Annektieren und Diktieren ist bereits durch und abgehakt; also ob man noch dazugehört zu dem Laden mit der aufgehenden Sonne, noch Mitglied ist, weil man vergessen hat, sich abzumelden, als plötzlich keiner mehr beim Mittun mittun wollte, damals, man selber eh nicht.

Oh Gott, wenn da mal jemand kommt, die fehlenden Beiträge zu kassieren! In Westgeld!

Möwe total

moeve-total

Möwenwoche endet hier.
Lieblich gockt das Federtier.
Nutzlos latscht es auf der Mole,
dass der Fischer endlich hole
ein die Netze. Dann umflattern
mit nervös gepresstem Schnattern
Alle Emmsen Fischers Haupt.
Der lacht am Messer.
Na, wer’s glaubt.

Für angehende Autoren von Horrorgeschichten

spinnennetz

Vielleicht will ja jemand Autor von Horrorgeschichten werden. Hier mal ein Tip: Irgendwie URST große Spinnen erfinden, in deren Netze sich Möwen verfangen. Also nicht bloß die üblichen Vögel, auf die es die Vogelspinnen abgesehen haben, das ist ja sozusagen dem breiteren Publikum bekannt, dieses Phänomen, dito langweilig. Aber Möwen stelle ich mir echt viel ekliger vor, uah, in so einem Netz gefangen, das ist echt gruselig. Das muss dann natürlich ausgewalzt bzw. breitgetreten werden, dass auch möglichst viele Menschen irgendwie Schaden nehmen, muss ja nicht gleich tot, kann ja auch mit Augen aushacken oder schleichender Irrsinn oder so, es gibt da Möglichkeiten.

Gern mal ausprobieren als angehender Autor, mir ist das zuviel Arbeit. Außerdem zu gruselig.

Auf der Seebrücke

Auf der Seebrücke

Karl Gong, der bekannte Philosoph und Frauenversteher, weilte (man sollte nur sehr selten “weilte” schreiben, also höchstens einmal im Jahr, aber wenn das alle machen, oder schon die Hälfte von allen, ist das auch zuviel) an der See, um die Nüstern in den Wind zu hängen. (Auch “Nüstern” sollte man sich eigentlich sparen, “Nasenlöcher” reicht aus. Gottlob kennen das Wort “Nüstern” nicht so viele Leser, obwohl sie selber welche haben.) (Nüstern sind Nasenlöcher.)

In die See hinein war einst eine Seebrücke getrieben worden, um das Ankern von Schiffen zu ermöglichen. Da jedoch direkt neben der Seebrücke schon immer ein Hafen befindlich war, bestand sowohl bei der christlichen als auch bei sonstigen religiösen oder atheistischen bzw. agnostischen Schifffahrten keinerlei Interesse, die Seebrücke zu benutzen, woraufhin diese langsam gammelte und zu riechen begann. Ein Verbotsschild wurde aufgehängt, das sich nur Angler trauten zu missachten. Kormorane und Möwen freilich kamen vom anderen Ende heran geflogen und hatten keine Kenntnis vom Verbot; es steht allerdings zu befürchten, das sie es ebenfalls bewusst ignoriert hätten; sie gaben den Planken letztlich mit Guano den Rest.

Gong, der am Landende der Seebrücke eine Frau angesprochen hatte, um sie letztlich zu verstehen, was jene als nicht unangenehm empfand, lockte sie unter falschen Versprechungen (Schiffe, Ausblick, technische Besonderheiten) auf die Seebrücke. Man sprang über morsche bzw. fehlende Planken (Anmerkung des Korrektors: Kann man über fehlende Planken springen?), landete schließlich am Kopfende der Seebrücke, und leider war dort alles noch viel schlimmer als eh schon befürchtet. Schaudernd sprangen die beiden ans rettende Ufer zurück; was sonst noch passierte (im Grunde nichts), lohnt nicht den Bericht.

Die Seebrücke dauert fort.

Die neuen Möwenklos

moevenklo

Die neuen Möwenklos im Seebad erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotzdem wird eine angemeldete Demonstration am Mittwoch (warum am Mittwoch?) darauf hinzuweisen versuchen, dass es sich bei der Installation der Anlagen wahrscheinlich um gewissenlose Geldverschwendung durch die Altparteien oder wen auch immer handelt (Recherche im Internet läuft der Sache auf Grund). Außerdem soll die Frage gestellt werden, ob nur ansässige Möwen die Klos nutzen dürfen, oder ob dem Missbrauch durch zugeflogene Exemplare der Riegel geöffnet ist. Dies wäre in den Augen einer größeren Anzahl der Seebadler und ihrer Gäste durchaus problematisch, wie anzunehmen ist, aber vielleicht immer noch besser, als wenn der Möwenschiss in denselben landet.

Endlich!

strahl

Sonnenstrahlen kitzeln.
In der Küche schnitzeln
Messer an Salaten.
Die Buletten braten,
leise zirpt das Frieren
von den Kühlschrankbieren.
Noch ein kurzer Schnauf,
endlich springt er auf
und die Treppe runter.
Kaffee! Dann erst munter.
„Geht die Party lous?“
„Nu.“ Die Freude: Grouß.

Hofarbeiterschicksal

terrasse

Im Getränkemarkt haben die Kunden wieder dermaßen rumgesaut, dass eine Generalreinigung nötig erscheint. Murrend, aber pflichtbewusst widmet sich der Hofarbeiter der Ausführung, seine Integrität dabei durchaus gefährdend.